Sudafrikas chemische Industrie

Sudafrikas chemische Industrie

first_imgDie Chemieindustrie Sudafrikas, die alles von der Kraftstoff- und Plastikherstellung bis zum Pharmabereich umfasst, ist die großte ihrer Art in ganz Afrika und wird vom Staat als Hauptantriebsmotor des Wirtschaftswachstums gesehen.Sie dominiert die Produktion in Sudafrika und tragt mehr zur Wirtschaft bei als jeder andere Industriezweig. Über die Halfte aller Arbeitsplatze in der Produktion entfallt auf die Chemieindustrie.Obwohl die Industrie nach wie vor von lokalen Unternehmen dominiert wird, sind einige internationale Konzerne mit lokalen Vertriebsniederlassungen vertreten und engagieren sich vielfach in der lokalen Produktion.BereicheDie Industrie wird vom Grundchemikalien-Bereich dominiert, dessen Flussigkraftstoffe, Olefine, organische Losungsmitte und industriellen Mineralderivate insgesamt 31% der Chemieproduktion des Landes ausmachen.Die anderen 10 Unerbereiche sind Plastikprodukte (ca. 20% der Produktion), Pharma (8%), anorganische Chemikalien (8%), Primarpolymare und Gummi(7%), organische Chemikalien (6%), Gummiprodukte (5%), Schuttgut- (5%) und Verbraucherchemikalien (5%), und Funktions- und Spezialchemikalien (5%).Obwohl drei dieser Bereiche – Kraftstoffe, Schuttgutchemikalien und Pharma – in Relation zur Gesamtwirtschaft uberdurchschnittliche Ergebnisse erzielen, ist Sudafrikas Chemieindustrie weltweit betrachtet relativ klein.Von den 80.000 Grund- bzw. Reinchemikalien, die derzeit weltweit gewerbsmaßig produziert werden, stellt Sudafrika ca. 300 her, zumeist geringwertige Rohstoffe in Massenproduktion.Staatliche StrategieDie sudafrikanischen Chemieexporte verzeichneten seit 1999 ein jahrliches Wachstum von ca. 19%. Begunstigende Faktoren waren neue Handelsabkommen und eine erhohte Wettbewerbsfahigkeit durch geringe Produktionskosten bei reichlich vorhandenen mineralischen und organischen Rohstoffen. Die Energiekosten sind relativ gering in Sudafrika und der Sektor profitiert von einer wirtschaftlichen, kostengunstigen Wasser- und Dampfversorgung.Allerdings wird nach wie vor mehr importiert als exportiert. Der Staat zielt darauf ab, dieses Missverhaltnis auszugleichen mit einer kurzlich eingefuhrten Industriepolitik zur Forderung von Exporten, die einen Mehrwert darstellen.Die lokale Industrie ist einseitig auf einen international wettbewerbsfahigen Upstream-Sektor ausgerichtet und vernachlassigt dabei einen nachgelagerten Sektor, der ein hohes Entwicklungspotential in sich birgt.Eine Umkehrung dieser Ausrichtung wurde der Industrie helfen, die Veredelungsexporte zu steigern und somit Arbeitsplatze zu schaffen. Die nachgelagerte Produktion ist arbeitsintensiver und zieht eine Vielzahl von kleineren Firmen an.Veredelung ist der Schlusselfaktor in dieser Strategie. Sudafrika hat einen naturlichen Vorteil in form von mineralischen Rohstoffen, die jedoch zumeist in Rohform exportiert werden. Es gibt jedoch – unter Ausnutzung der lokalen Arbeitskraft – betrachtliche Moglichkeiten zur Umwandlung dieser Materialien zu anorganischen Chemikalien, die als Exportgut einen Mehrwert darstellen.Staat und Industrie arbeiten daruber hinaus zusammen an der Ausbeutung der bislang ungenutzten Bodenschatzen, zu denen u. a. große Fluorvorkommen gehoren.PlastikSudafrikas Plastikindustrie ist gut in Form. Eine kurzlich veroffentlichte Übersicht in Engineering News listet eine Vielzahl von Herstellern von Produkten, die “im weltweiten Wettbewerb sowohl von der Qualitat als auch von der Performance her standhalten”.Der lokale Markt wird zu uber 50% von Verpackungsmaterialien dominiert. Die Industrie wurde vor einigen Jahren mit der Einfuhrung einer Abgabe auf Plastiktuten aus Umweltschutzgrunden hart getroffen.Aber man ist zuversichtlich, da auch die Regierung die Plastikherstellung mit als Hauptarbeitsplatzmotor sieht.Die Polymerproduktion ist ein potentieller Expansionsbereich. Sudafrika exportiert “erhebliche Mengen an Polymeren”, so die Plastics Federation of SA, importiert jedoch immer noch großere Mengen an polymerischen Halbprodukten wie zum Beispiel Styropor, was hier nicht hergestellt wird.Die meisten Plastikunternehmen in Sudafrika sind klein. Über 800 Unternehmen betatigen sich in der Plastikumwandlung. Manche sind dabei hochinnovativ, wie zum Beispiel Timber Plastics, ein Unternehmen, das Plastikabfall wie zum Beispiel Getrankeflaschen recycelt und sie zu Elementen wie z. B. Pfahlen, Brettern und Balken presst.GasverflussigungstechnikSudafrika ist weltweiter Marktfuhrer in kohlebasierter Synthese- und Gasverflussigungstechnik. Das Land gehort weltweit betrachtet zu den Billigherstellern von Äthylen und Propylen, dank des ungehinderten Zugangs zu geringhaltiger Kohle und dank hochwertiger Verfahrenstechnik.PharmaindustrieEs gibt große Moglichkeiten fur Pharmahersteller in Sudafrika. Die Regierung plant ein Entwicklungsprogramm fur die inlandische Pharmaindustrie durch gezielte Forderung der lokalen Produktion von anspruchsvollen Erzeugnissen wie zum Beispiel antiretrovirale Arzneimittel zur Bekampfung des HIV-/AIDS-Virus.Die Regierung mochte ebenfalls die Forschung und die technologische Infrastruktur fordern, um das Wachstum des Sektors zu stimulieren.UmweltschutzUmweltschutz ist ein Schlusselfaktor in der Entwicklung der Chemiebranche. Sudafrika hat die Umweltstandards der Industrielander ubernommen, darunter auch Initiativen zur Forderung eines kooperativen Umweltmanagements und Richtlinien fur die Entsorgung von Sondermull.Letzte Aktualisierung: September 2008SAinfo reporter. Quellen (Englische Websites):Department of Trade and IndustryStatistics South AfricaChemical and Allied Industries’ AssociationSouth African Chemical InstituteCHEMISSAPlastics Federation of South AfricaEngineering NewsBusiness Daylast_img

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